Dänemark

Durch Seeland und Kopenhagen bin ich bereits im vergangenen Sommer gefahren. Jetzt, im Juli 2026, geht es einmal rund um Jütland und über die Insel Fünen. Der Wind bläst mir fast immer entgegen. Und dennoch ist es eine recht entspannte Tour.

Ich fahre zunächst die Nordseeküste hinauf - über Esbjerg, Hanstholm und Hirtshals bis Skagen - und dann auf dem Kattegatleden wieder zurück in Richtung Süden. Strecke: 1.291 km. Höhenmeter: 4.152 m.

Los geht's mit einem kleinen Insel-Hopping - bei nicht gerade sommerlichem Wetter. Ich "hüpfe" über Sylt und Rømø nach Dänemark hinein.

Und dann begegnen mir auch schon die ersten Wikinger. Im Ribe Vikinge Center, einem sogenannten Living Museum. Das Ganze ist so gut gemacht, dass man mitunter tatsächlich den Eindruck hat, man sei im frühen Mittelalter unterwegs.

Man kann sich sogar mit an den Tisch setzen und die - nun ja, etwas gewöhnungsbedürftigen Speisen der "Buchtenfahrer" probieren.

Das Museum liegt vor den Toren von Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks. Von hier hat sich im 9. Jahrhundert das Christentum in Europas Norden ausgebreitet. Den Anstoß dazu gab der Missionar Ansgar, auf den auch der heutige Dom zurückgeht.

Weiter geht's auf dem Westküsten-Radweg - stets dem streng aus Nordwest blasenden Wind entgegen. Immerhin regnet es nun nicht mehr und die Sonne lässt sich immer häufiger sehen.

Kurz hinter Esbjerg ein Kunstwerk, das wohl jeder schon einmal gesehen hat: Mennesket ved Haved (Der Mensch am Meer) von Svend Wiig Hansen (1922-1992). Die Skulpturengruppe ist in Größe und Haltung der des Ramses im Tempel von Abu Simbel nachempfunden.

Nördlich von Esbjerg wird es ruhiger. Der Radweg verläuft nun meist durch Dünen, in denen nur vereinzelt Häuser stehen. Die gesichtslosen Ferienhaus-Siedlungen, in denen halb Deutschland Urlaub macht, sind noch fern.

Hin und wieder geht es zu einem Leuchtturm hinauf, so dass ich selbst hier, an der eher flachen Küste Nordseeküste schon einige Höhenmeter sammle - bei einer Windstärke von mittlerweile 5 bis 6 Beaufort.

Der Westküsten-Radweg ist nicht durchgehend befestigt. Es gibt auch Stellen, die so sandig sind, dass man sein Rad oder sogar tragen muss. Das aber ist eher die Ausnahme.

Hinter den Dünen liegt die Nordsee. Ihre Strände sind zumeist menschenleer. Sehr erholsam!


Der Wind allerdings peitscht die Wellen derart auf, dass man beim Baden schon etwas acht geben muss. Und richtig warm ist das Wasser auch nicht. Deshalb belasse ich es meist Anschauen.


Diese Düne hier ist so groß geworden und vom Meer ins Land gewandert, dass sie einen Leuchtturm verschluckt hat, den Rubjerg Knude Fyr.


Hirtshals. Von hier geht es mit der Fähre nach Norwegen. Entsprechend voll ist der Campingplatz. Doch mit einen kleinen Ein-Personen-Zelt findet man immer noch einen Platz.



Und dann bin ich auch schon in Skagen, der nördlichsten Stadt Dänemarks. Hier haben sich in den 1880er- und 1890er-Jahren die berühmten Skagen-Maler niedergelassen. Im örtlichen Museum sind viele ihrer Werke ausgestellt. Sehr sehenswert!

Ihre durchweg naturalistischen Werke haben zumeist das harte Leben der Fischer und ihrer Familien zum Inhalt.

Etwas außerhalb von Skagen liegt Grenen, die Nordspitze Dänemarks. Hier treffender Skagerrak und der Kattegat aufeinander, also die Nordsee und die Ostsee.

Ab jetzt geht es wieder in Richtung Süden - und der Wind dreht kurioserweise auf Südost. Aber das ist man als Radfahrer ja gewöhnt.

Die Ostküste Jütlands wird immer wieder von Fjorden unterbrochen. Aber es gibt so viele Fähren, dass ich nur selten einen Umweg fahren oder auch nur warten muss. So komme ich auch hier recht zügig voran.

Ähnlich wie schon auf Seeland gibt es auch in Ostjütland jede Menge Kirchen. Die meisten von ihnen stehen auf einer kleinen Anhöhe und sind weiß gekälkt, so dass man sie schon von weitem sieht.

Und auch in ihnen sind teils wunderschöne Fresken aus dem Mittelalter zu sehen.

Je weiter ich in Richtung Süden komme, umso hügeliger wird es und umso häufiger muss ich auch schon mal an einer Landstraße entlangfahren. Das aber ist auf dem bestens ausgebauten Radwegenetz überhaupt kein Problem.

In  
Århus
 gönne ich mir einen Pausentag, denn die Stadt hat einiges zu bieten. Vor allem das großartige ARoS Kunstmuseum mit seinem farbenfrohen Rundlauf auf dem Dach und noch manch anderer Überraschung.

Ein Hingucker ist zum Beispiel der fünf Meter hohe, hyperrealistische "Boy" des Australiers Ron Mueck.

Hier gönne ich mir denn auch mal ein leckeres dänisches Abendessen. Eine nicht ganz billige Alternative zu meiner eher schlichten Camping-Küche, aber sehr lecker!

Südlich von  
Århus beginnt wieder ein kleines Insel-Hopping. Eine erste Fähre bringt mich zur kleinen, sehr idyllischen Insel Samsø hinüber, eine zweite auf Dänemarks größte Insel, nach Seeland. Von hier nach Fünen gibt es nur einen Weg ...

... die Storebæltsbroen, die Brücke über den Großen Belt. Die rund 18 Kilometer lange Brücke (zur Hälfte eine Hängebrücke, zur anderen Hälfte eine Flachbrücke) ist für Fahrradfahrer gesperrt. Ich kann mein Rad aber ganz unkompliziert im Zug mitnehmen.

Auf Fünen gönne ich mir einen zweien Pausentag. In Nyborg. Denn zum einen ist die Stadt selbst recht sehenswert. Und zum anderen ist es von dort nicht weit nach Odense.

... und dort war der Märchendichter Hans-Christian Andersen zuhause. Rund um sein Geburtshaus ist ein riesiges Museum entstanden, das nicht bloß Kinder in ihren Bann zieht.

Da wird dan "Das hässliche Entlein" plötzlich zu einem schönen Schwan - ganz einfach dadurch, dass man aufrecht steht und seine Hände erhebt.


Odense hat auch einen schönen Dom, in dem der heilige Knud, der Schutzpatron Dänemarks begraben liegt.

Ein paar Herrenhäuser noch, wie hier der Hesselagergård, das älteste Renaissancegebäude Dänemarks ... 

...

... und schon kommt die Heimat wieder in Sicht - von den Düppeler Schanzen aus. Hier hat 1864 der Deutsch-Dänische Krieg getobt, bis sich schließlich am 18. April das preußische Heer durchsetzte und die dänischen Verteidigungsanlagen dem Boden gleichmachte.

Heute liegt die deutsch-dänische Grenze wieder etwas weiter südlich, kurz vor Flensburg - wo meine Dänemark-Radtour dann auch endet.

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